|
Verkannte
Gefahr "Elektrosmog"
Mit Terahertzwellen lassen sich Genveränderungen besser erkennen
Bild
der Wissenschaft
Einem
Forscherteam der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule
in Aachen ist es gelungen, Veränderungen in einzelnen Abschnitten
des menschlichen Erbgutes mittels Terahertzwellen aufzuspüren.
Diese neue Spektroskopiemethode ist schneller und genauer als bisherige
in der Biotechnologie und Medizin angewandte Techniken und verspricht
vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Die Wissenschaftler
berichten über ihre Arbeit im Fachmagazin Applied
Physics Letters (Band 80 Seite 154).
Das
Team um Michael Nagel untersucht in seiner Arbeit einen DNA-Abschnitt
auf Veränderungen mit Hilfe eines sogenannten Genchips. Dieser
Chip besteht aus einer mit einsträngigen DNA-Stücken mit
bekannter Basensequenz versehenen Oberfläche. Wenn das zu untersuchende
Stück DNA auf diesen Chip gebracht wird, so bindet es an den
zu seiner Basensequenz komplementären Strang der Oberfläche.
Wenn der Ort der Paarbindung bestimmt werden kann, ist damit auch
die Sequenz des zu untersuchenden Stranges bestimmt.
Um
nun diese komplementäre Bindung sichtbar zu machen und damit
die Identifizierung der Basensequenz zu ermöglichen, bestrahlte
das Aachener Team den Chip mit elektromagnetischen Wellen mit einer
Frequenz im Terahertzbereich. Derartige Wellen weisen eine Wellenlänge
von mehreren Zehntel Millimetern auf und sind damit an der Grenze
zwischen dem infraroten und dem Mikrowellenbereich des Spektrums
angesiedelt. Diese elektromagnetischen Wellen regen nun eine Vibrationsschwingung
komplementär gebundener DNA-Stränge an und die
damit verbundene Absorptionslinie kann in einem Spektroskopieexperiment
mit hoher räumlicher Auflösung sichtbar gemacht werden.
Damit ist der Ort der Paarbindung bestimmt.
In
bisherigen Experimenten wurde die komplementäre Paarbindung
zweier DNA-Stränge zumeist mittels fluoreszierenden Molekülen
sogenannten "Markern" sichtbar gemacht.
Diese Methode ist allerdings nicht besonders flexibel, und derartige
Experimente nehmen zudem eine relativ große Zeit in Anspruch.
Auch ist die räumliche Auflösung und damit die Präzision
der Erkennung der Paarbindung beschränkt. Die auf Terahertzwellen
basierende Spektroskopiemethode umgeht die Schwierigkeit des Einbringens
von Fremdmolekülen und ist damit viel genauer.
Terahertzwellen
werden bereits seit längerer Zeit zur Untersuchung astronomischer
Objekte eingesetzt deren Anwendung in der Material- und in
der biologischen Forschung ist allerdings eine relativ neue Disziplin.
Weitere
Meldungen zum Thema Spektroskopie
finden Sie im Archiv von wissenschaft.de.
Stefan
Maier
Ich
möchte dem Artikel (aus unserer Sicht der Welt) eine neue Überschrift
geben: Athermische Wirkungen elektromagnetischer Strahlung auf
das Erbgutnachgewiesen oder:
Mikrowellen
bringen Erbgut (DNA-Moleküle) zum Vibrieren
Dies
kann man folgenden Aussagen des Artikels entnehmen:
Derartige
Wellen weisen eine Wellenlänge von mehreren Zehntel Millimetern
auf und sind damit an der Grenze zwischen dem infraroten und dem
Mikrowellenbereich des Spektrums angesiedelt. Diese elektromagnetischen
Wellen regen nun eine Vibrationsschwingung komplementär gebundener
DNA-Stränge an und die damit verbundene Absorptionslinie
kann in einem Spektroskopieexperiment mit hoher räumlicher
Auflösung sichtbar gemacht werden.
Zur
Erklärung:
Die
hier beschriebenen Vibrationen der DNA werden sicher
nach dem Resonanzprinzip ausgelöst: Die biologischen Moleküle
gehen - je nach Größe, Länge und Struktur - mit
den Wellen einer bestimmten Frequenz in Resonanz, die ihrem Aufbau
entspricht. Vergleichbar ist das vom Prinzip her z.B. mit dem Schwingen
einer Geigenseite, die bei einer bestimmten Frequenz (= Tonhöhe)
andere Körper (z.B. das Gehäuse eines Lautsprechers) anregen
kann, in dieser Frequenz mit zu schwingen.
Wenn
DNA-Moleküle durch (technisch erzeugte) elektromagnetische
Strahlung zum Vibrieren angeregt werden (also Energie aufnehmen
und damit energiereicher werden), kann es natürlich leichter
zu Brüchen der DNA-Stränge kommen. Diese Brüche kann
man auch als Mutationen, also Erbgutveränderungen, bezeichnen.
Diese
Erbgutveränderungen in Körperzellen können die Ursache
für Gesundheitsbeeinträchtigungen, Funktionsstörungen
oder im Extremfall auch krebsartige Veränderungen des Gewebes
sein, je nach dem, an welcher Stelle diese Veränderungen eintreten.
Bei
der Festlegung der Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung
(z.B. auch für die Mobilfunkstrahlung) wird immer bestritten,
dass die so genannten athermischen Wirkungen auf biologische
Gewebe existieren. Ich denke, hier ist ein weiterer Beleg gefunden,
dass diese athermischen Wirkungen durch technisch erzeugte elektromagnetische
Strahlen tatsächlich eintreten. Daraus ergibt sich wieder einmal
die Forderung: Die athermischen Wirkungen müssen unbedingt
bei der Festlegung der Grenzwerte berücksichtigt werden.
zurück
zur Übersicht
|