Verkannte Gefahr "Elektrosmog" - Medien

Handy-Smog in Düsseldorf - Die Stadt greift ein
Sender auf öffentlichen Gebäuden sollen weg

Express vom 7. 7. 2001-07-12
Angst-Thema Mobilfunk: Der Antennewald wächst und wächst. Und gleichzeitig der Protest der Bürger. Jetzt will die Stadt Düsseldorf endlich gegensteuern, kündigt eine Offensive gegen den bedrohlichen Handy-Smog an.

Umweltamtsleiter Dr. Werner Goertz zu Express: „Es gibt 1000 Gebäude, die der Stadt gehören. Wir werden bis zum herbst ein Konzept vorlegen, auf welchen unserer Gebäude Antennen stehen dürfen und wo nicht.“ Überall dort wo viele Menschen sind, sollen die strahlenden Antennen verschwinden, insbesondere auf Kindergärten und Schulen wie dem Gerresheimer Marie-Curie-Gymnasium. Dafür will die Stadt den Handyfirmen alternative Standorte anbieten. „Wir suchen gezielt Gebäude außerhalb von Wohngebieten, wo viele Menschen leben und arbeiten“, verspricht der Amtsleiter. Vorbild für die Düsseldorfer ist die Stadt München, wo ein solches Konzept jetzt dem Stadtrat vorgelegt wurde. „Wir sind noch nicht so weit wie die Münchener, aber auf dem selben Weg“, so Goertz.

Außerdem startet die Stadt in den nächsten Wochen eine Reihe von Gesprächen mit den Mobilfunkbetreibern, aber auch mit den Bürgerinitiativen. Die Stadt müsse dabei an den guten willen der Firmen appellieren, weil sie rechtlich wenige Möglichkeiten gegen die Flut neuer Funkantennen habe. „So lange die Masten nicht höher als 10 Meter sind, können wir nichts tun. Und außerdem werden die Grenzwerte nur im Bereich zwischen einem Tausendstel bis hunderttausendstel erreicht. Wir haben deshalb keine Handhabe, Pläne abzulehnen.“

Aufatmen bei den Düsseldorfern Mobilfunkkritikern: „Das Konzept ist ein Schritt in die richtige Richtung“, freut sich Dr. Claus Birken von der „Gerresheimer Initiative gegen Mobilfunksender““. Er strahlt: „Wir haben gewaltig was ans Rollen gebracht“. Neben der Verlegung der Antennenstandorte verlangt die Bürgerinitiative allerdings auch eine Reduzierung der Sendestärke, das ist dann jedoch nicht mehr Sache der Stadt. „Wir fordern eine drastische Verringerung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung“, betont Birken.

Von Michael Kerst für den EXPRESS


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