|
Verkannte
Gefahr "Elektrosmog" - Medien
Akute Gefahren
ARD plus minus - 9. Mai 2001
Zwischen Gesundheitsgefahren für Anlieger und den Interessen
der UMTS-Lizenznehmer geht die Diskussion um den Bau von Antennen
für das Mobilfunknetz in eine neue Runde.
Autor: Wolfgang Huhn
Kassel Marbachshöhe
Ein neues Wohngebiet. Kinderfreundlich und ökologisch. Dann,
ohne Ankündigung, standen die Mobilfunkantennen plötzlich
auf dem einzige Gewerbebetrieb und strahlen ins "Musterwohngebiet".
Seit zwei Wochen läuft der Protest. Transparente und Ängste.
Anwohnerin
"Wir wohnen gleich gegenüber und das Schlafzimmer meiner
Kinder ist dann auch in dieser Bestrahlung da drin. Das find ich
nicht so toll, weil ich Angst habe um die Kinder, weil ich die Auswirkungen
ja nicht kenne."
Anwohnerin
"Ich hab das Problem, dass ich mich zwar schützen kann
vor einem Handy. Aber hier kann ich mich nicht schützen. Wir
sind hier direkte Anwohner und ich hab das Tag und Nacht und die
Kinder auch."
Der Mann von E-Plus, für ein Fernsehinterview gekommen, versucht
den aufgebrachten Bewohnern zu erklären, warum sie nicht vorher
informiert wurden.
Dr.
Karsten Menzel, E-Plus Mobilfunk
"Eine groß angelegte Aktion hier im Industriegebiet zu
machen ist sehr schwierig. Aber wir versuchen dort Lösungen
zu finden, wie wir auch die Öffentlichkeit entsprechend informieren
können, die Nachbarn, die Anwohner. Also da sind wir offen
und jederzeit dialogbereit."
Anwohner
"Sehen sie sich um. Wo ist die Industrie? Sie sehen hier Reihenhäuser,
sie sehen da Reihehäuser. Sie sehen da Einfamilienhäuser.
Die einzige Industrie ist hier, wo sie die Anlage hin gebaut haben.
Mitten im Wohngebiet."
Sind
die Ängste der Bewohner vor den Antennen berechtigt? Die Mobilfunkbetreiber
sagen: Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen. Fakt ist: Die
gesetzlich festgelegten Strahlengrenzwerte schützen vor nachgewiesenen
Schäden, vor der Wärmeentwicklung des Gewebes. Fakt ist
aber auch: So genannte biologische Effekte auf den Körper,
die mit Wärme nichts zu tun haben, werden nicht berücksichtigt.
Sie treten oft schon unterhalb der bestehenden Grenzwerte auf. Das
belegen vierzig auf einer internationalen Tagung in Salzburg präsentierte
Studien im Zell- und Tierversuch. Dass die Strahlung Risiken birgt,
darauf deutet auch die so genannte "Rinderstudie" des
bayerischen Umweltministeriums hin. Bauernhöfe mit Mobilfunkantennen
wurden mit Höfe ohne Strahlenbelastung verglichen. Auf den
Höfen mit Mobilfunkmasten gab es bei den Rindern mehr Verhaltensauffälligkeiten,
Veränderungen beim Stresshormon und Immunschwäche.
Prof.
Wolfgang Löscher, Tierärztliche Hochschule Hannover
"In der Gesamtheit der Beobachtungen, die alle in die Richtung
eines Effektes von Sendeanlagen gehen, zeigt die Studie Besorgnis
erregende Tendenzen in Richtung einer möglichen Gesundheitsgefährdung."
Die
umfangreichste Risikobewertung ergibt eine neue Untersuchung des
ECOLOG-Instiuts in Hannover, im Auftrag von T-Mobil. Weltweit haben
die Forscher Studien zur Wirkung der Felder ausgewertet. Auch hier
wieder bedenkliche Hinweise, wie zum Beispiel die Störung von
Gehirnfunktionen.
Dr.
H.-Peter Neitzke, ECOLOG-Institut, Hannover
"Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Felder eine
krebsfördernde Wirkung habe, das heißt, ein Krebs, der
anders entstanden ist, sich unter der Wirkung dieser Felder schneller
entwickelt und damit auch fataler verläuft als normalerweise.
Beeinträchtigungen des Immunsystems sind vielfach nachgewiesen
worden. Es wurde nachgewiesen, dass sowohl beim Tier als auch beim
Menschen vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden mit allen
Konsequenzen, die das haben kann. Es gibt viele Hinweise auf die
Beeinträchtigungen des Immunsystems, und was uns besonders
bedenklich stimmt: Es gibt eine Störung sehr vieler Zellfunktionen.
Und die Auswirkungen, die das auf den Organismus hat, die können
wir im Moment noch gar nicht abschätzen."
Anmerkung
Ein Skandal deutet sich an. Der DT-Mobil wurden die Ergebnisse bereits
im Mai 2000 mitgeteilt. Das Unternehmen soll darum gebeten haben,
die Studie unter Verschluß zu halten bis mit einem von
der T-Mobil zu benennenden Gremium eine Debatte stattgefunden
habe. Da diese bisher nicht stattfand, entschloss sich das Institut
zur Veröffentlichung
Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter. Erstmals bestätigen
die staatlichen Strahlenschützer gegenüber Plusminus,
dass die gegenwärtigen Grenzwerte verbesserungswürdig
sind und mehr für die Vorsorge getan werden muss.
Dr.
Olaf Schulz, Bundesamt für Strahlenschutz
"...das heisst, dass mit den Grenzwerten nur die gegenwärtig
nachgewiesenen gesundheitlichen Wirkungen nachgewiesen werden. Und
dass die Verdachtsmomente, die man hat, nicht berücksichtigt
werden. Diese Verdachtsmomente geben aber unseres Erachtens Anlass
zur Vorsorge, also zu Maßnahmen, die verhindern, dass die
Exposition höher ist als unbedingt notwendig."
In
der Schweiz und Italien sind die Grenzwerte erheblich niedriger
als in Deutschland. In Salzburg um das Zehntausendfache. "Vorbildlich
die Kooperation zwischen Bürgern und Mobilfunkbetreibern bei
der Standortauswahl. "
Anmerkung
Die angeblich vorbildlichen Werte führen ebenso zu Gesundheitsstörungen,
die von den Schweizer Bürgerinitiativen beklagt werden. Siehe
www.e-smog.ch/skandal
Johann
Pinezits, Bürgerinitiative
"Es wurden bei vierzehn Maststandorten Alternativen gefunden,
Alternativen im Sinne der Bürger. Es wurde auch vereinbart,
Vorsorgewerte einzuhalten und es wurde auch vereinbart, stichprobenartige
Überprüfungen der Strahlung vorzunehmen."
Sektlaune
der Mobilfunkbetreiber nach der Ersteigerung der Lizenzen. Wirtschaftsminister
Müller, so hat plusminus erfahren, will ihnen die Stimmung
nicht verderben und ist gegen einen stärkeren Vorsorgeschutz.
Schließlich haben sie ja ordentlich gezahlt. Doch der e-plus
Vertreter in Kassel zeigte sich bei den Bürgern von der verständnisvollen
Seite.
Dr.
Karsten Menzel, E-Plus Mobilfunk
"Wenn es entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse gibt,
die es notwendig machen, die Grenzwerte zu senken, dann ist es selbstverständlich
- damit wir auch eine gesunde und sichere Technik liefern können
- dass wir entsprechend unsere Anlagen danach ausrichten."
Dieser
Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung [plusminus vom 08.05.2001
wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes
sind nicht berücksichtigt.
Saarländischer Rundfunk, PLUSMINUS,Saarbrücken, E-mail:
plusminus@sr-online.de
Forderungen an
- Minister
Trittin,
- Müller
und
- Bundeskanzler
Schröder
Es
ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Mobilfunk-Sendetechnik weit
unterhalb der derzeit gültigen Grenzwerte biologisch wirksam
ist und zu Erkrankungen oder gesundheitlichen Störungen führen
kann. Leider werden die Warnungen zahlreicher einschlägiger
Wissenschaftler sowie die Erkenntnisse aus vielen Untersuchungen
aber auch Studien von offiziellen Stellen weiter ignoriert.
"Die
öffentlich verbreitete Behauptung, dass die Schutzwirkung gegeben
sei, ist von den zuständigen Behörden (incl. Strahlenschutzkommission)
aufgestellt und daher als wissentliche Falschinformation anzusehen.
Dies entspricht rechtlich allen Merkmalen des Betrugs (Unterschiebung/Verbreitung
falscher Informationen, Herbeiführung von Fehlentscheidungen,
vollendeter Gesundheits- und stets auch Vermögensschaden);
der Vorgang schließt grob fahrlässige bis absichtliche
Gefährdung und Körperverletzung mit ein. Die Forderung
nach hieb- und stichfesten Schadensbeweisen geschädigter oder
Gefährdeter ist gegenüber der Beweispflicht der Betreiber
als Versuch der Beweislastverschiebung anzusehen. Eine Duldung oder
evtl. Durchführung dieser Verschiebung durch staatlicheStellen
muss als grobe Pflichtverletzung und Rechtsbeugung beklagt werden."
(Prof. Dr. Volger)
Ich
fordere Sie auf, den Ausbau der Mobilfunknetze auszusetzen, bis
folgende Forderungen realisiert sind: Realisierung voller Produkthaftung
mit Beweislastumkehr für die Betreiber von Sendeanlagen. Politische
Selbstbestimmung von Bürgern und Gemeinden in Bezug auf die
Errichtung von Sendeanlagen (Änderung der Baugesetze), sowie
sofortige drastische Korrektur und Ergänzung der Bundesimmissionschutzverordnung.
Endlich (industrie-) unabhängige Forschung zum Thema Hochfrequenz
/ Mobilfunk über einstimmige Beschlüsse eines paritätisch
mit Kritikern besetzten Vergabe - Ausschusses. Weitere Forderungen:
Warnhinweis für Handynutzer / keine Handys für Kinder
/ Belastung für die Allgemeinbevölkerung unter 0,1 Nanowatt/cm2
im Schlafbereich unter 0,001 nW/cm² Kommen Sie Ihrer
Fürsorgepflicht nach und handeln Sie entsprechend!
Name Vorname Straße Unterschrift
zurück
zur Übersicht
|