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Verkannte
Gefahr "Elektrosmog" - Leser
Viele fühlen sich nach dem Bau von Handymasten krank
Kölner Stadtanzeiger - Nr. 127 - Pfingsten 2001 - SES 15
Handystrahlen
Bürgerwelle
Eifel in Kall fordert ein Verbot von gepulsten Mobilfunkhochfrequenzen
von Wolfram Schumacher
Eifel
- Ob Handy oder Mobilfunkmasten gefährlich sind oder nicht,
darüber gibt es seit Jahren eine außerordentlich erbitterte
Debatte. Milliarden- schwere Telefonkonzerne beteuern unermüdlich,
dass Handys harmlos seien und alle Grenzwerte eingehalten würden.
Und Hunderte von Bürgerinitiativen halten dagegen. Auch Gerd
Zesar aus Golbach und der Kaller Apotheker Jürgen Lutsch von
der Bürgerwelle Eifel sind überzeugt, dass die gepulste
Mikrowellenstrahlung der Handymasten krank macht. Sie verweisen
auf eine Vielzahl von Neuerkrankungen etwa in Kall oder Zingsheim,
die kurz nach der Inbetriebnahme neuer Handysender aufgetreten seien.
Eine Reihe von Betroffenen hatte sich am Donnerstag in der Apotheke
von Jürgen Lutsch in Kall getroffen, um von ihren Beschwerden
zu berichten. Mit Namen in der Zeitung stehen wollten sie aber nicht
alle, denn sie befürchten, dass ihre Häuser dann unverkäuflich
werden.
Mit
Umzugsgedanken tragen sich alle, die von Schlafstörungen, Albträumen,
Hautausschlag, Kopfschmerzen oder gar Krebserkrankungen geplagt
werden. Doch wo sie hin ziehen wollen, weiß keiner. Handystrahlen
seien überall, erklärt Zesar, seit es praktisch keine
Funklöcher mehr gibt. Um besonders hohe Strahlungsintensitäten
festzustellen braucht er sein spezielles Hochfrequenzmeßgerät
oft nicht auszupacken. Denn dann streike nämlich regelmäßig
sein Wagen, weil die elektronische Wegfahrsperre von der pulsierenden
Strahlung gestört werde. Genau so, erklärte Zesar, würden
die schwachen elektrischen Signale im Gehirn gestört.
Eine
Frau aus Zingsheim, deren Mann vor 2 Jahren an Lungenkrebs gestorben
ist, berichtete, dass nun auch ihr 23.jähirger Sohn an Krebs
erkrankt sei. Das sei doch nicht mehr normal., erklärt sie.
Bei einer anderen Familie aus Zingsheim fühlen sich die Eltern
und alle drei Kinder so stark betroffen, daß sie praktisch
nur noch im Keller leben. Alle fünf leiden unter Kopfschmerzen,
Tinnitus, Gesichts- und Fußbrennen und einer Vielzahl weiterer
Symptome. Erst seit sie im Keller unter einer Stahlbetondecke schlafen,
hätten die Probleme abgenommen. In Kall seien in einer Straße
in kurzer zeit sechs Menschen an Krebs erkrankt, berichtet Lutsch
und im Neubaugebiet Scheuren, obwohl es zwei Kilometer Luftlinie
vom Sender entfernt liegt, sogar 15.
Problematisch
an der ganzen Sache ist, dass die Krankheitssymptome in Verbindung
mit Handy-Sendern eben nicht so reproduzierbar sind,
wie Prof. Alexander Volger von der Bürgerwelle
glaubt. Wenn jemand von einem Auto angefahren wird, gibt es immer
und bei jedem Menschen Verletzungen. Das ist reproduzierbar.
Von den Handysendern fühlen sich aber längst nicht alle
Menschen belastet, sondern nur besonders sensible, die empfindlicher
als andere Leute auf den so genannten Elektrosmog reagieren.80
% der Leute halten uns für bekloppt erklärte folgerichtig
eine weitere Besucherin der Runde. Für Zesar ist es aber nur
noch eine Frage der Zeit, bis alle Menschen die Folgen spüren.
Es sei nicht nur die persönliche Sensibilität, die Krankheiten
auslöse, sondern auch zusätzliche Stressfaktoren in der
Umgebung wie Trafostationen, Hochspannungsleitungen, elektrische
Eisenbahren, Dimmer , oder schnurlose Telefone. Am allerschlimmsten,
findet Zesar, seien die ganzen Metallteile im Körper wie Goldzähne
oder Amalgamplomben, die im Alter von 50 - 60 zu Siechtum führen
können. Was die Bürgerwelle fordert , ist eindeutig die
Abschaffung und ein Verbot der gepulsten Handys. In Amerika verwende
man eine analoges Funksystem, das funktioniere auch, hieß
es. Ob die analoge Strahlung ungefährlich sei, müsse noch
erforscht werden.
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