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Verkannte
Gefahr "Elektrosmog" - lesenswert
Kalifornische Studie: Elektrosmog erhöht Risiko für Fehlgeburten,
Alzheimer, Parkinson, Gehirntumor, Herzinfarkt, Schlaganfall
Quelle: Welt am Sonntag, 20.01.2002
Elektrosmog
kann das Risiko für Frühgeburten erhöhen.
Hinweise auf erhöhtes Risiko, an der Alzheimer-Krankheit, an
Morbus Parkinson, Gehirntumoren, Herzinfarkt, Migräne und Schlaganfall
zu erkranken
Von
Thorsten Dargatz
Oakland
- Durchschnittlich mehr als 50 elektrische Geräte stehen in
jedem bundesdeutschen Haushalt. Ob und inwieweit ihre elektromagnetischen
Felder zu Gesundheitsschäden führen, ist noch nicht hinreichend
erforscht. Eine Reihe von Studien deuten aber darauf hin, dass durch
den so genannten Elektrosmog das Risiko, an der Alzheimer-Krankheit,
an Morbus Parkinson, Gehirntumoren, Herzinfarkt, Migräne und
Schlaganfall zu erkranken, erhöht wird.
Nun
haben amerikanische Mediziner herausgefunden, dass die unsichtbaren
Strahlen auch in der Schwangerschaft gefährlich werden können:
Das Risiko einer Fehlgeburt wird dadurch deutlich erhöht.
Der
Reproduktionsmediziner Dr. De-Kun Li vom Kaiser Foundation Research
Institute im kalifornischen Oakland hatte 1063 Frauen - sie waren
alle in der zehnten Woche schwanger - mit einem Spezialgerät
zur Messung elektromagnetischer Felder ausgestattet. Dieses Gerät
sollten sie einen Tag lang mit sich führen. Im Abstand von
jeweils zehn Sekunden wurden die elektromagnetischen Wellen gemessen,
registriert und gespeichert. Bilanz des Experiments: Bei jenen Frauen,
die starken elektromagnetischen Wellen ausgesetzt waren, war die
Rate der
Fehlgeburten
um mehr als 50 Prozent höher als bei den anderen.
Die
Messungen von Dr. Li ergaben, dass die Strahlenexposition von Staubsaugern,
Haartrocknern und Rasierapparaten besonders groß ist (Quelle:
New Scientist). Sie liegen bei 1,4 Mikrotesla. Zum Vergleich: Schon
0,1 Mikrotesla können den Zellstoffwechsel des Körpers
beeinflussen. Aus früheren Studien geht hervor, dass auch das
Mobiltelefon in großem Umfang Elektrosmog verursacht. Mehr
als 40 Millionen Deutsche benutzen dieses
Gerät
im Durchschnitt drei Stunden pro Monat. Fest steht, dass diese Apparate
zur Erhitzung am und im Kopf führen. Bisher ist jedoch nicht
genau bekannt, inwieweit sich dies auf die Funktion der Zellen auswirkt.
Die Experten gehen aber davon aus, dass die elektromagnetischen
Felder den Zellstoffwechsel und die für biologische Abläufe
wichtigen Enzyme beeinflussen, möglicherweise jedoch auch die
Erbsubstanz schädigen.
Offensichtlich
reagiert aber nicht jeder Mensch in gleichem Maße empfindlich
auf elektromagnetische Felder. Es gibt Hinweise dafür, dass
Elektrosensibilität besonders bei Personen auftritt, die an
Allergien leiden oder auf Schwermetalle wie Amalgam oder andere
chemische Substanzen empfindlich reagieren. Schwangere Frauen, so
die Warnung des amerikanischen Experten Dr. Li, sollten vor allem
massive Strahlenbelastung, wie sie in der Nähe von Rundfunksendemasten,
Mikrowellen und Sendeanlagen auftreten, meiden.
Der
deutsche Strahlenforscher Professor Richard Wagner von der Universität
Osnabrück rät, nur moderne Handys zu benutzen. Sie besitzen
Antennen, die nicht in Richtung Kopf abstrahlen. Für ältere
Geräte gibt es Schutzhüllen.
Kommentar
von Jörg Wichmann: Man beachte besonders die fettgedruckten
Teile. Dr. Li bestätigt damit, dass die Gesundheit schwangerer
Frauen, die in der Nähe von Sendeanlagen wohnen - und davon
gibt es sehr viele, da es überall Sendeanlagen gibt - massiv
gefährdet ist, ebenso die Gesundheit der ungeborenen Kinder.
Das Statement von Prof. Dr. Wagner ist völlig deplaziert und
verharmlost die Gefahr, die von heutigen Handys ausgeht. Noch einige
Meter neben einem Handy ist die Strahlung um ein Vielfaches höher
als direkt neben einem Sendemast (dieser strahlt jedoch Tag und
Nacht). Dies konnten wir durch Messungen selbst überprüfen
und ist bei Experten unumstritten. Eine Schutzhülle
nützt da überhaupt nichts, im Gegenteil, bei schlechtem
Empfang verstärkt das Handy seine Leistung und sendet noch
stärkere Strahlung aus. Die in Deutschland gültigen Grenzwerte
sind nach Meinung von Experten millionenfach zu hoch. Eine Unterschreitung
der Grenzwerte neben einem Sendemast um den Faktor 1000 ist somit
völlig nutzlos - ein Handy kommt allerdings sogar in den Grenzwertbereich,
entsprechend höher ist somit die emittierte elektromagnetische
Strahlung. Unser Fazit: Aufs Handy lieber ganz verzichten - die
Grenzwerte für Sendeanlagen müssen drastisch gesenkt werden
- und zwar schnell.
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