Verkannte Gefahr "Elektrosmog" - lesenswert

Europa: Die Schuldzeitbombe im Telekomsektor

Aus: „neue Solidarität“
„Nach unzähligen Übernahmen und Firmenzusammenschlüsse im Telekom-munikationssektor und den gigantischen Ausgaben für zukünftige Mobilfunksysteme stecken die großen Telekom-Firmen in einer verzweifelten Finanzlage. In den nächsten neun Monaten müssen die sieben größten „europäischen“ „Telekoms“ - British-Telecom, France Telecom, Deutsche Telekom, die niederländische KPN, Vodafone in Großbritannien, Telecom Italia und Telefonica in Spanien - mehr als 80 Mrd. $ an fälligen Schulden begleichen. Für die gesamte Branche weltweit werden die im Jahre 2001 fällig werdenden Schulden auf 200 Mrd. $ geschätzt.

Da die Unternehmen nicht in der Lage sind, diese Schulden aus ihren Gewinnen abzuzahlen-, ist eine neue Welle der Verschuldung in diesem Jahr unvermeidlich. Traditionell würde dies über Bankkredite laufen. Aber die Banken, ganz besonders die europäischen, sitzen bereits auf so hohen Telekomkrediten, daß die Bankenaufsichten und Zentralbanken in London, Frankfurt und anderswo Alarm geschlagen und sie eindringlich vor jedem weiteren Engagement in diesem Sektor gewarnt haben.

Die Bankenschulden des europäischen Telekomsektors haben sich im Jahr 2000 von 41 Mrd. $ auf 150 Mrd. $ fast vervierfacht. Die British Telecom allein hat 48,7 Mrd. $ an neuen Bankkrediten vergangenes Jahr erhalten, gefolgt von der France Telecom (27,3 Mrd. $) Vodafone (19,6 Mrd. $) KPN (12,5 Mrd. $) und Deutsche Telekom (10,6 Mrd. $).

Ein anderer Weg zur Refinanzierung der Telekom-Schulden sind die internationalen Anleihemärkte. Aber die Telekomunternehmen haben diese Märkte in letzter Zeit mit ihren Anleihen überflutet, so daß sie immer höhere Zinsen anbieten müssen und die Ratingagenturen sie abwerten. Im vergangenen Jahr haben die europäischen Telekoms 70 Mrd. $ an neuen Anleihen ausgegeben. Verglichen mit 40 Mrd. $ im Jahr zuvor. Die Deutsche Telekom hat allein 18,3 Mrd $ aufgelegt, gefolgt von KPN (13 Mrd. $), Vodafone (9,6 Mrd. $) France Telecom (11,4 Mrd. $) Vodafone (9,6 Mrd. $) Telefonica ((7,1 Mrd. $) und BritishTelecom (6,9 Mrd. $).

Schließlich gibt es die Alternative, neue Aktien auszugeben, insbesondere indem die Mobilfunk-Tochter aus dem Mutterkonzern ausgegliedert und dann an der Börse platziert wird. Im vergangenen Oktober plante die Deutsche Telekom ihre 120 Mrd. DM Schulden zu reduzieren, indem sie ihre T-Mobil-Tochter an die Börse bringen wollte. Aber wegen des weitweiten Crashs von „New Economy“-Aktien, musste der Börsengang verschoben werden.

Nun war es die France Telecom, die nicht länger warten konnte, ihre Mobilfunk-Tochter Orange an die Börse zu bringen, um die Schulden gegenüber Vodafone zurückzuzahlen- Dummerweise endete der Orange-Börsengang im Fiasko. France Telecom musste den Kaufpreis in letzter Minute um 17 % reduzieren, um genug Käufer zu finden, aber dennoch fielen die Aktien schon an den ersten drei Börsentagen um weitere 13 %.

ALS France Telekom Orange im letzten Jahr von Vodafone übernahm, kalkulierte man mit einem Orange-Erlös beim Börsengang von 150 Mrd. Euro. Nun sind es nur 45 Mrd. Euro! Das sind für die British Telecom, KPN, und Deutsche Telekom sehr schlechte Nachrichten, denn Sie brauchen dringend das Bargeld aus ihren Börsengängen, die alle in diesem Jahr geplant sind.

Seit März 2000 läuft der Crash bei den Technologieaktien. Seit dem vierten Quartal 2000 ist zusätzlich der Absturz der US-Wirtschaft in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Was bisher aber von den meisten noch geflissentlich übersehen wird, ist der schon bald zusätzlich zu diesem Übel noch erfolgende Schock: der Zusammenfall des weltweiten Kartenhauses von Kreditschulden und anderen Finanzverbindlichkeiten, bei dem dann plötzlich weltführende Unternehmen vom Kaliber der Deutschen Bank oder der Deutschen Telekom den Bankrott erklären.“

aus:
Die Weltwirtschaftsmacht im Sinkflug
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Ein sehr empfehlenswertes Buch


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