Verkannte Gefahr "Elektrosmog" - lesenswert

Leukämiefälle häufen sich!
Die Opfer:
Gestern die Radartechniker
HEUTE UND MORGEN UNSERE KINDER!


Krebsskandal an spanischer Schule: Richter lässt Mobilfunksender sofort abschalten
Aus: TAZ, 28.12.2001

Richter lässt Handymasten abschalten
Nach viertem Leukämiefall an einer Schule innerhalb eines Jahres entspricht spanisches Gericht dem Antrag der Eltern

MADRID taz Richter José Alberto Rodríguez fackelte nicht lange. Am Mittwoch wurde ein neuer Krebsfall in einer Grundschule im nordspanischen Valladolid entdeckt, und noch am Nachmittag entsprach der Richter dem Antrag einer Elterninitiative und ließ die benachb arte n Mobilfunk-Sendemasten stilllegen.

Dies war bereits das vierte Kind, das dort innerhalb eines Jahres erkrankte: Drei Kinder haben Leukämie und eines Lymphknotenkrebs. Der Richter gab deshalb dem Antrag der Eltern auf “größtmöglichste Vorsichtsmaßnahmen” statt. Rechtlich sicherte sich Richter Rodríguez mit der Bauordnung ab: Die auf 6 Masten verteilten 36 Funksender mit einer Gesamtleistung von 65.000 Watt stellten “einen industriellen Komplex” dar, der daher nicht wie geschehen auf einem Wohnhaus errichtet werden dürfe.

Der Sprecher der Elterninitiative, Alfonso Carvajal, ist zufrieden. “Endlich hat jemand unsere Argumente gehört.” Der Medizinprofessor arbeitet in einer interdisziplinären Kommission an der Hochschule in Valladolid, die seit dem ersten Krebsfall die Schließung der Sender forderte.

Doch die Stadtverwaltung, ließ lieber ein Dossier erstellen, welches die Harmlosigkeit der Antennen belegen soll. Auch an die Mobilfunkgesellschaften kommen die Initiative “Antennen raus” nicht heran: Denn die Anlagen werden von Firmen betrieben, die sie an die Telefongesellschaften weitervermieten.

Der Elterninitiative ist klar, dass sich die Vermutung, die Sendemasten lösten Leukämie aus, nur schwer erhärten lässt. Doch das Vorsorgeprinzip sollte den Betrieb solcher Anlagen neben eine Schule ausschließen, argumentiert Carvajal. Dabei verweist er auf verschiedene Studien, wie den Stewart-Bericht aus Großbritannien. Diese kam zu dem Schluss, dass weitere Forschung nötig sei, da genügend Verdachtsmomente für ein Gesundheitsrisiko durch Mobilfunkwellen vorlägen. Im Juni dieses Jahres nahm auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersteht, elektromagnetische Strahlung in die Liste der Krebs erzeugenden Faktoren auf.

Die Antennenbetreiber in Valladolid freilich sehen das anders. Sie berufen sich auf die viel zu kurze Zeit zwischen Inbetriebnahme der Anlage im Februar 2000 und den Erkrankungen. Carvajal hält dagegen: Studien aus Nagasaki hätten ergeben, dass gerade Leukämie bei Kindern sehr schnell entstehen kann.
REINER WANDLER

Kommentar von Gerd Ernst Zesar

Zu den 13 Leukämiefällen in Valladolid gesellen sich 3 Leukämietodesfälle in Malaga
sowie weitere Krebsfälle in Córdoba y Sevilla
Valladolid: Umfassende med izinische Untersuchungen angekündigt

Quelle: El Pais, 12.01.2002

Schüler, Lehrer und Angestellte werden umfassenden Untersuchungen unterzogen
Alle Schüler, Lehrer und das übrige Personal der Schule Antonio García Quintana, Valladolid, in der es neben 36 Mobilfunkantennen zu einer Häufung von Krebsfällen bei Kindern gekommen war, werden ab Montag, dem 14. Januar 2002, umfassenden med izinischen Untersuchungen unterzogen. Möglicherweise werden auch die Einwohner der benachb arte n Wohngebiete in die Untersuchung einbezogen.

Die Untersuchung wird sehr komplett und umfassend sein. Alle Beteiligten erhalten eine allgemeine physische Untersuchung und eine systematische Blut- und Urinanalyse, eine biochemische Krebsanalyse und einen peripheren Blutabstrich.

Vertreter der sozialistischen P arte i PSOE kritisierten den mangelhaften Dialog mit den Eltern der Kinder.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Ronda (Malaga) eine 20-jährige Studentin sowie 2 Lehrer ebenfalls an Leukämie erkrankt waren und verstarben. In kurzer Entfernung von den Instituten Pérez de Guzmán, Rodríguez Delgado und Martín Rivero, mit 3.000 Studenten, befinden sich ebenfalls zahlreiche Mobilfunkantennen. Schüler, Lehrer und Eltern fordern hier ebenfalls den Abbau aller Mobilfunkantennen.

Ein Vertreter der Mobilfunkfirma sagte gestern, dass die Antennen die Grenzwerte und den korrekten Abstand einhielten und nicht gesundheitsschädigend seien, so Europa Press.

Nachdem es in Andalusien nach mehreren verdächtigen Krebsfällen in Ronda, Córdoba y Sevilla ebenfalls brodelt, verschanzen sich die örtlichen Behörden hinter dem Real Decreto der Regierung und dem Fehlen wissenschaftlicher Beweise, die eine Verbindung zwischen elektromagnetischer Strahlung und Krebs belegen.


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