Verkannte Gefahr "Elektrosmog" - wissenschaftliche Infos

Schreiben von Prof. Dr. Semm an Gerd Ernst Zesar

Textauszug

4. 5. 2001

Lieber Herr Zesar,

Sie sehen auf Abbildung 1 eine Nervenzelle aus dem Trigeminusgebiet eines Vogels, die auf eine kleine Änderung (Pfeil, 200 nano Tesla) der Intensität des Erdmagnetfeldes mit einer Erhöhung der spontanen elektrischen Aktivität reagiert. Die Steigerung dieser Art können Sie auch in anderen Sinnesorganen beobachten. Sie ist ausgezeichnet durch eine kurze Latenz und nur mäßige Steigerung der elektrischen Aktivität. Dargestellt sind hier einzelne Aktionspotentiale, die in der Natur generellen „Sprache“ der Nervenzellen.

Ganz anders die Reaktion einer Nervenzelle aus dem Gehirn eines Vogels auf die 900 MHz, 217 Hz getaktet in Abbildung 2. Dies hier ist ein Computer Peri-Stimulus.time-histogramm d. h. Sie sehen nicht wie oben die einzelnen Aktionspotentiale, sondern die Digitalisierung der Frequenzänderung. Die Zeit bis zum Einsetzen der starken Erhöhung der elektrischen Aktivität ist lang und die erhöhte Aktivität der Zelle bleibt auch nach dem Abschalten der 900 MHz (Blaken) bestehen. In der zweiten Zeile sehen Sie eine Hemmung.

Ein gewichtiges Argument gegen einen Induktionsartefakt* (*Anmerkung: als Artefakt bezeichnet man ein künstliches, im Labor erzeugtes Produkt) ist, daß es vorkommt, daß die Nachbarzelle überhaupt nicht reagiert. Im Prinzip ist eine Induktion möglich, denn es wird mit einer Glaspipette abgeleitet, die natürlich auch geerdet ist. Die Ingenieure der Telekom waren aber sehr darauf bedacht, derartige Artefakte auszuschließen oder zumindest zu minimieren. Hierzu ließen sich noch einige Details aufführen – eine umfassende Fehlerdiskussion ist besonders in diesem Fall essentiell.

Die gezeigten Reaktionen finden Sie bei so verschiedenen Tieren wie Insekten und Vögeln mit völlig unterschiedlichen Absorptionsverhältnissen und Organisationen des Nervensystems. Man kann sich natürlich diesen Umstand auch zu nutze machen, um auch in der Tiefe des Gehirns therapeutisch einzugreifen. Ich denke, daraus ließe sich ein Patent stricken. Stellen Sie sich vor, Sie hätten drei punktförmige Hochfrequenzquellen, die jede für sich unterschwellig ins Gehirn dringen und erst dort, wo sie gebündelt und fokussiert werden, die Aktivitäten von Zellen beeinflussen können. Man könnte zu wenig aktivierte Hirnzentren z. B. dadurch aktivieren oder erneut zum sprießen bringen (Schlaganfall). Es lohnt sich, darüber nachzudenken

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Peter Semm


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