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Physik - CO²
Klimaschutz aus der Kiste?
Veröffentlichung
Kreiszeitung Syke den 12.11.2000
Von
Dierk Rohdenburg
LANDKREIS.
Tüftelt ein Erfinder in Syke-Okel seit Jahren an einer Weltsensation?
Hat er ein Verfahren entwikkelt, das nicht nur die Automobilindustrie
revolutionieren, sondern auch zukünftige Klimakatastrophen
verhindern und unsere Atmosphäre vom Ozonschichtkiller Kohlendioxid
befreien wird?
Das
Material, das eine Spaltung von Kohlendioxid in Sauerstoff und Kohlenstoff
ermöglicht, bleibt allerdings auch auf der Klimakonferenz geheim
und ist in einem Kasten verborgen. Die Erfindung hat eine lange
Vorgeschichte: Seit Jahren befasst sich der Okeler Tüftler
mit den Ursachen des Waldsterbens. Und das, obwohl er über
keinerlei wissenschaftliche Vorbildung verfügt. Ein Vorteil,
wie er behauptet. Denn: Der Wissenschaftler geht immer den
Weg, den er gelernt hat, der Autodidakt, geht eigene Wege und vergleicht
sie mit den traditionellen Wegen der Wissenschaft. Engers
Grundgedanke fußte auf der Erkenntnis, dass Industrie und
Kraftverkehr extrem viel Kohlendioxid produzieren. Diesen Klimakiller
gilt es zu reduzieren. In diesem Bestreben sind sich alle Industriestaaten
auch einig. Allerdings geht die Wissenschaft davon aus, dass Kohlendioxid
zwar natürlich gespalten wird, dass der Mensch dazu aber nicht
in der Lage ist.
Ein
Irrtum, betont Enger. Sein Verfahren sorge dafür, dass
Kohlendioxid in Sauerstoff und den Feststoff Kohlenstoff gespalten
werde. Das Gemisch, das diese Umwandlung gewährleisten soll,
hat Enger selbst zusammengefügt. Es sei aus der Analyse natürlicher
Vorgänge entstanden.
Verrückte
Ideen eines emsigen Tüftlers? Fakt ist, dass das Kohlendioxid
unsere Atmosphäre schädigt und dass durch extreme Druckunterschiede
in der Atmosphäre immer verheerendere Wetterkatastrophen über
uns hereinbrechen. Derartige Druckunterschiede kann Enger in seinem
Versuch (siehe Kasten unten) nachvollziehbar machen. Nach Engers
Ansicht schädigen wir so die Umwelt und erweisen dem Umweltschutz
einen Bärendienst.
LANDKREIS.
Der Versuch, den der Okeler Erfinder Dieter Enger auf Videoband
dokumentiert, spielt sich in einer relativ einfachen Apparatur ab.
In einem luftdicht verschlossenen Behälter befindet sich Sauerstoff
in einer Konzentration von 20,9 Volumenprozent. Dieser Gehalt entspricht
der normalen Sauerstoffkonzentration in unserer Atemluft. Enger
führt in diesen Behälter nun per Gasflasche Kohlendioxid
(CO2) ein, so dass der Sauerstoffanteil sinkt. Um den Druck auszugleichen
hat der Erfinder einen Gummischlauch am Behälter befestigt,
der sich bei der Zufuhr von CO2 prall füllt. Im Inneren des
Versuchsbehälters befindet sich - so Enger - ein Verfahren,
das in der Lage ist, CO2 zu spalten. Der Abbau kann mit Hilfe moderner
Meßtechnik verfolgt werden. Der Sauerstoffanteil steigt wieder,
während sich der Gummischlauch entleert und die Temperatur
parallel zum Druckabfall steigt. Zurück bleiben bei dem Versuch
Sauerstoff und der Feststoff Kohlenstoff.
Dass
der Sauerstoffgehalt nach der Spaltung des Kohlendioxids nicht Über
den Ursprungswert ansteigt, hält Enger für ganz normal:
Das in der Natur vorkommende Verhältnis zwischen Kohlendioxid
und Sauerstoff kann auch im Versuch nicht dauerhaft verändert
werden. Sonst müsse in einem Treibhaus im Sommer bei Tage
auch ein wesentlich höherer Sauerstoffgehalt zu messen
sein, was aber nicht der Fall sei. Auch in Wasser könne man
CO2 nicht dauerhaft binden, wie man bei der Öffnung von
Mineralwasserflaschen erkennen könne.
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