Umwelt und Zeitgeschehen - Umweltgifte

Rund um Atomkraftwerke bei Kindern 20 % mehr Krebs

Süddeutsche Zeitung vom 13. 7. 2001-07-14

Kassel/München (ap) eine Langzeitstudie hat jetzt den Beweis geliefert, dass in der Nähe von Atomkraftwerken die Krebshäufigkeit bei Kindern um rund 20 % erhöht ist.

Entsprechende Belege wurden in Kassel durch das Umweltinstitut, München und den Verein internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (PPNW) präsentiert. Bemerkenswert ist, dass auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die erhöhten Krebszahlen bei Kindern erstmals offiziell bestätigt hat.

Das Umweltinstitut hatte alle Krebsfälle bei Kindern in der Nähe der drei bayerischen Atomkraftwerke untersucht. „Es gab zwar erst zu nehmende Hinweise, dass die Atomkraftwerke für die Krebshäufigkeit bei Kindern verantwortlich sind. Einen eindeutigen Beweis gibt es jedoch noch nicht“, sagte die PPNW-Vorsitzende Angelika Claußen. Zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz wolle man in Zukunft in weiteren Studien die genaue Ursache der Krebshäufigkeit in der Umgebung von Kernkraftwerken untersuchen.

„Die erhöhten Krebsfallzahlen um die Kernkraftwerke können wir bestätigen“, sagte Thomas jung vom Bundesamt für Strahlenschutz. Ob die erhöhte Krebsrate mit den Emmisionen der Atomkraftwerke zusammenhänge, habe bislang aber noch keine Untersuchung klar beweisen können. Das BfS untersucht daher weiterhin das Auftreten von Krebs in der Umgebung von Atomkraftwerken“, sagte BfS-Präsident Wolfram König.

Die Studie des Münchener Umweltinstitutes umfasst den Zeitraum von 1983 bis 1998. Untersucht wurden insgesamt neun Landkreise, die im Umkreis der drei bayerischen Atomkraftwerke liegen. „Wir haben 362 Krebsfälle bei Kindern unter 15 Jahren entdeckt“, sagte Alfred Körblein vom Institut und Leiter der Studie. Erwartet wurden jedoch nur 302 Krebserkrankungen. Während die Leukämiezahlen nur leicht erhöht waren, gab es eine deutliche Häufung von Nervenkrebs und Tumoren des zentralen Nervensystems. „Die Befunde sind sehr Besorgnis erregend“, sagte Claußen........



Gerd Ernst Zesar, 53925 Kall, Mittelstraße 31, Telefon: 02441-6049 ; Fax 6050
Mitglied im Vorstand der internationalen Gesellschaft
für interdisziplinäre Wissenschaft e. V.

gerd-zesar@t-online.de
http://www.interdis-wis.de
http://www.wissenschaft-unzensiert.de



zurück zur Übersicht

 
© by Wissenschaft unzensiert, 2002